Kanu-Tipps und Regeln in Schweden: das Jedermannsrecht 1

Kanu-Tipps und Regeln in Schweden: das Jedermannsrecht

Manchmal bedarf es wenige Worte, um genau das zu sagen, was man eben sagen will. Das haben sich auch die Schweden gedacht, als sie das Jedermannsrecht („Allemansrätt“) und somit ihr Verhältnis zur Natur definierten. „Alle sollen laut dem Jedermannsrecht Zugang zur Natur haben“, heißt es. Das ist doch ziemlich eindeutig, oder? Aber was bedeutet das Jedermannsrecht konkret für das Kanufahren in Schweden

Die Schweden wachsen mit dem Jedermannsrecht auf

Für die Schweden ist das Jedermannsrecht und somit der freie Zugang zu ihren Seen und Wäldern so selbstverständlich wie der Tanz um den Maibaum am Mittsommertag. Schließlich wachsen die Schweden mit ihrer faszinierenden Natur auf und entwickeln vom Kindesalter an eine dankbare Wertschätzung für alles, was sich draußen abspielt. 

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass die Schweden jeden einzelnen Sonnenstrahl wie einen Schwamm aufsaugen? Der Sommer im Norden ist kurz – das befeuert ihre Dankbarkeit für Licht und Wärme. Und ist euch auch schon einmal aufgefallen, dass das Leben eines schwedischen Kindergartenkindes hauptsächlich draußen stattfindet? Die meisten Kindergärten in Schweden gehen mit ihren kleinen Schützlingen den ganzen Tag über raus in die Natur – egal ob es regnet, stürmt oder schneit.

Beim Kanufahren halten wir uns ans Jedermannsrecht. Und zwar so:

Dank des Jedermannsrechts sind die Verhaltensregeln in der Natur klar definiert und jeder hält sich dran – wir übrigens auch. Für unsere Kanutouren in Schweden wollen wir euch anhand des Jedermannsrechtes diese Kanu-Tipps und Regeln mitgeben:  

Das Jedermannsrecht gilt auch zu Wasser

Das Wichtigste zuerst: Was bedeutet das Jedermannsrecht für das Kanufahren in Schweden? Schwimmen, Paddeln, Segeln setzen – all das ist laut des Jedermannsrechtes (fast) überall erlaubt. Darauf solltet ihr achten:

  • Naturschutz- und Vogelschutzgebiete sind zu respektieren. Hier ist das Schwimmen und Kanufahren untersagt
  • Stege dürfen benutzt und Kanus daran festgemacht werden, um an Land zu gehen. Die Ausnahme: Privatgrundstücke
  • Jet-Skis dürfen nur in ausgewiesenen Bereichen gefahren werden (Kanus sind eh viel cooler)
 

Wildcampen in Schweden: das Jedermannsrecht macht’s möglich

Alles, was euch beim Zelten vom Sternenhimmel trennt, ist eine dünne Zeltwand, die leise im Wind raschelt. Morgens bringt die Sonne das Zelt wie eine Glühbirne zum Leuchten und wenn es regnet, prasseln die Wassertropfen über euch wie tobender Applaus. Wir lieben Wildcampen!

Das Jedermannsrecht gestattet euch das Wildcampen in Schweden solange ihr ….

  • Die Natur nicht beschädigt
  • Nur bis zu zwei Nächte an einem Fleck bleibt
  • Den Grundbesitzer nicht stört
 

Auf unseren Kanutouren in Schweden übernachten wir an ausgewiesenen Lagerplätzen. Wenn ihr aber auf individuellen Kanutouren unterwegs seid, achtet darauf, dass sich euer Nachtlager nicht zu nah an Häusern, Acker- oder Weideland und Sportplätzen befindet. Große Gruppen sollten sich vorab die Erlaubnis der Grundbesitzer einholen und in Naturschutzgebieten sowie Nationalparks dürft ihr gar nicht campen. 

Das Jedermannsrecht erlaubt Lagerfeuer an ausgewiesenen Plätzen

Gibt es was Schöneres, als in die gelb-orange-blau-roten Flammen eines Lagerfeuers zu starren und seine Gedanken ziehen zu lassen? Wir können uns nichts Besseres vorstellen! Lagerfeuer ersetzen wirklich jede Meditation. 

Dank des Jedermannsrechts können wir fast überall in Schweden meditieren. Für Lagerfeuer gibt es offizielle Feuerstellen, die in der App „Naturkartan“ ausgewiesen und teilweise mit bereitgestelltem Feuerholz ausgestattet sind. An diesen Orten solltet ihr kein Feuer machen: 

  • Auf moosbewachsenen Waldböden 
  • Auf oder neben einem Felsen
 

Manchmal erlebt Schweden einen ungewöhnlich trockenen und heißen Sommer und hatte deshalb in der Vergangenheit mit großen Waldbränden zu kämpfen. Aus diesem Grund kann die schwedische Feuerwehr lokale Feuerverbote verhängen, die das Feuermachen gänzlich untersagen. Haltet euch in der Regel immer an euren gesunden Menschenverstand und an die Infos von Touristeninformationen, Campingplätzen und der schwedischen App „Brandrisk Ute“.

Angeln und das Jedermannsrecht in Schweden

Gemäß des Jedermannsrechtes braucht ihr für das Angeln in Schwedens Binnengewässern eine Angelkarte („fiskekort“). Ausgenommen sind die fünf größten Seen Schwedens:

  • Mälaren
  • Storsjön
  • Hjälmaren
  • Vättern 
  • Vänern
 

Ein Glück, dass das Dalsland an den Vänern grenzt! Auch an Schwedens Meeresküsten braucht ihr keine Angelkarte. 

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Jedermannsrecht: Die kurze Version

Wie war das noch mit „Manchmal bedarf es wenige Worte?“. In unserem Ratgeber haben wir das Jedermannsrecht kompakter für euch zusammengefasst. 

Euer ZusammenRaus Team

Markus und Andi

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